Das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ wurde 2006 in New York von der UNO-Generalversammlung verabschiedet und 2007 vom damaligen österreichischen Sozialminister unterschrieben. Das Übereinkommen ist 2008 in Kraft getreten. Es handelt sich um einen völkerrechtlichen Vertrag, der von 175 Staaten abgeschlossen wurde.
Eine wichtige Änderung im Übereinkommen im Vergleich zu bestehenden Menschenrechtsabkommen ist das „menschenrechtliche Modell“,  laut dem behinderte Menschen nicht mehr als „Kranke“, sondern vielmehr als Gleichberechtigte gelten müssen.

Staaten wie Österreich, die dieses Übereinkommen unterzeichnet haben, verpflichten sich dazu „die Menschenrechte von Menschen mit Behinderung zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten“.

Fünf zentrale Forderungen

In den letzten 10 Jahren ist einiges passiert, aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns, um eine diskriminierungsfreie Welt für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Um die Konvention in die tägliche Praxis umsetzen zu können, wurden fünf zentrale Forderungen festgelegt:

Würde …

… bedeutet die Abwesenheit von Demütigung und Gewalt.

Diskriminierungsfreiheit …

… ist das Fehlen von Vorurteilen und Ausgrenzung.

Autonomie …

… ist Selbstbestimmung und bedeutet Entscheidungsfreiheit sowie das Übernehmen von Verantwortung für das eigene Handeln.

Beachtung und Anerkennung von Vielfalt …

… bedingt die Überwindung des Defizitansatzes. Vielfalt ist ein Grundprinzip des Lebens und bringt zum Ausdruck, dass jeder Mensch über Kompetenzen verfügt.

Inklusion …

… bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben.

Diese Forderungen lesen sich wie Selbstverständlichkeiten. Es sind Begriffe, wie man sie häufig hört. Dennoch werden sie allzu leicht im Alltag übersehen. Daher ist es wichtig, ihren fundamentalen Wert für den Alltag zu erforschen und zu verstehen, um sie dann bewusst umzusetzen. Egal ob Politik, Unternehmen oder Einzelperson – alle können zu einer gleichberechtigteren Welt beitragen!

siehe auch: Informationen vom Sozialministerium zur Konvention in Österreich

Hier kannst du die Konvention im Wortlaut bestellen.

Was ist die „UN-Behindertenrechtskonvention“?

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